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Weinwissen

Was ist Naturwein? Definition, Geschmack und Unterschied zu Bio

6 Min. Lesezeit

Blaue Trauben werden von Hand gelesen

Die kurze Antwort: Naturwein ist Wein, bei dem im Keller so wenig wie möglich passiert. Die Trauben gären mit ihren eigenen Hefen, es kommen keine Zusätze dazu und wenig oder gar kein Schwefel. Eine gesetzliche Definition gibt es in Deutschland und Österreich nicht, deshalb lohnt der Blick auf das, was der Winzer tatsächlich macht.

Keine feste Definition

Anders als „Bio“ ist „Naturwein“ kein geschützter Begriff. Wer ihn benutzt, meint meist Folgendes: Die Trauben kommen aus biologischem oder biodynamischem Anbau und werden von Hand gelesen. Der Most gärt spontan mit den Hefen, die von Natur aus auf den Trauben und im Keller leben. Es werden keine Reinzuchthefen, Enzyme oder Schönungsmittel eingesetzt, der Wein wird oft nicht filtriert. Schwefel kommt gar nicht oder nur in kleinen Mengen dazu, meist erst bei der Abfüllung.

In Frankreich gibt es seit 2020 das Siegel „Vin Méthode Nature“, getragen von einem Verband von Winzern. Es verlangt zertifiziert biologische Trauben, Handlese und Spontangärung. Zusatzstoffe sind tabu, ebenso Techniken wie Filtration, Umkehrosmose oder Kurzzeiterhitzung. Schwefel darf vor und während der Gärung nicht zugesetzt werden. Weine mit einer kleinen Schwefelgabe vor der Abfüllung tragen ein eigenes Logo und dürfen insgesamt höchstens 30 Milligramm je Liter enthalten.

Naturwein, Biowein, Maischegärung im Vergleich

Die drei Begriffe werden oft verwechselt. Sie beschreiben aber verschiedene Dinge: Bio den Anbau, Naturwein die Arbeit im Keller, Maischegärung eine Machart.

Naturwein, Biowein und Maischegärung im Vergleich
MerkmalNaturweinBioweinMaischegärung
Geregelt?Nein, in Frankreich privates SiegelJa, EU-Bio-Verordnung mit KontrolleNein, eine Machart
WeingartenMeist bio oder biodynamischOhne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz und MineraldüngerBeliebig
KellerSpontangärung, keine Zusätze, oft unfiltriertWeniger Zusatzstoffe erlaubt als bei konventionellem WeinWeißwein gärt auf den Schalen
SchwefelWenig oder keiner zugesetztNiedrigere Höchstwerte als konventionellNach Wahl des Winzers
Im GlasOft trüb, hefig, manchmal ungewohntVon klassisch bis wildBernsteinfarben, mit Gerbstoff

Ein Wein kann alles drei zugleich sein. Viele Weißweine von der Maische sind Naturweine aus biologischem Anbau, in unserem Shop findest du sie unter Naturwein. Ein Biowein kann aber auch ganz klassisch gemacht sein, mit Reinzuchthefe und Filtration.

Ist Naturwein gesünder?

Dafür gibt es keinen Beleg. Naturwein enthält genauso Alkohol wie jeder andere Wein. Der Unterschied liegt vor allem beim Schwefel: Naturweine erhalten meist deutlich weniger. Völlig schwefelfrei ist aber fast kein Wein, denn Hefen bilden bei der Gärung selbst etwas Schwefeldioxid. Über 10 Milligramm je Liter muss „enthält Sulfite“ auf dem Etikett stehen, das betrifft auch die meisten Naturweine.

Wie du Naturwein erkennst und lagerst

Auf dem Etikett oder in der Beschreibung stehen oft Hinweise wie „spontan vergoren“, „unfiltriert“, „ungeschönt“ oder „ohne Schwefelzusatz“. Im Glas ist Naturwein häufig leicht trüb und riecht hefiger oder wilder als ein klassischer Wein. Das ist kein Fehler. Weil wenig Schwefel den Wein weniger schützt, sollte Naturwein kühl und dunkel lagern, eine geöffnete Flasche gehört in den Kühlschrank.

Weine mit wenig Eingriff in unserem Sortiment

Weil der Begriff nicht geschützt ist, nennen wir lieber, was die Weingüter selbst über ihre Arbeit sagen. Beim Weingut Kobatl in Tieschen werden alle Weine spontan vergoren, bis zur Abfüllung kommt nichts dazu, gefüllt wird unfiltriert. Erst bei der Füllung erhalten die Weine laut Datenblatt 8 bis 15 Milligramm Schwefel je Liter, der Pet Nat bleibt ganz ohne.

Daniel Jaunegg vom Eichberg vergärt spontan, schönt nicht und schwefelt so wenig wie möglich, beim Muri Chardonnay laut Weingut höchstens 10 Milligramm je Liter. Matthias Schnabl aus Gamlitz nennt seine Weine bewusst Naturwein. Das Weinhaus zur Halde in Baden verzichtet auf Reinzuchthefen, Enzyme, Filtration und Schönung. Hanna Glatzer aus Carnuntum beschreibt ihre Weine als unfiltriert und naturbelassen.

Einen Einstieg in den Stil bieten Naturwein kaufen und Pet Nat kaufen.

Quellen: Vin Méthode Nature (vinmethodenature.org), Kennzeichnung von Sulfiten: Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang II. Angaben zu den Weinen: Websites und Datenblätter der Weingüter. Stand: September 2026.

Weine mit wenig Eingriff

  • Kobatl

    Sauvy 2022

    Weißwein · Vulkanland Steiermark

    12 % vol · Enthält Sulfite

    • PIWI

    13,90 € 18,53 € / l · inkl. MwSt., zzgl. Versand

  • Kobatl

    Pet Nat 22

    Sekt & Pet Nat · Vulkanland Steiermark

    10,5 % vol · Enthält Sulfite

    • Pet Nat
    • PIWI

    18,00 € 24,00 € / l · inkl. MwSt., zzgl. Versand

  • Jaunegg

    Muri Chardonnay GG 2022

    Weißwein · Südsteiermark

    12 % vol · Enthält Sulfite

    40,00 € 53,33 € / l · inkl. MwSt., zzgl. Versand

  • Schnabl

    Weiß­burgunder 2021

    Weißwein · Südsteiermark

    12,5 % vol · Enthält Sulfite

    14,00 € 18,67 € / l · inkl. MwSt., zzgl. Versand

  • Weinhaus zur Halde

    Chasselas (Gutedel) 2023

    Weißwein · Baden

    10,5 % vol · Enthält Sulfite

    9,90 € 13,20 € / l · inkl. MwSt., zzgl. Versand

  • Glatzer

    Hanna Welsch­riesling 2022

    Weißwein · Carnuntum

    12 % vol · Enthält Sulfite

    • Naturwein

    15,00 € 20,00 € / l · inkl. MwSt., zzgl. Versand

Kurz gefragt

Häufige Fragen zu Naturwein

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Was genau ist Naturwein?

Ein Wein, bei dem im Keller so wenig wie möglich eingegriffen wird: Die Trauben kommen meist aus biologischem Anbau und werden von Hand gelesen, der Most gärt mit den eigenen Hefen, es kommen keine Zusätze dazu und wenig oder kein Schwefel. Eine gesetzliche Definition gibt es in Deutschland und Österreich nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Naturwein und Biowein?

Biowein ist gesetzlich geregelt: Die Trauben stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, im Keller sind weniger Zusatzstoffe erlaubt, das EU-Bio-Logo zeigt es an. Naturwein ist nicht geregelt und meint vor allem den Keller: Spontangärung, keine Zusätze, wenig Schwefel. Viele Naturweine sind zugleich Biowein, aber nicht jeder Biowein ist ein Naturwein.

Ist Naturwein gesünder?

Dafür gibt es keinen Beleg. Naturwein enthält genauso Alkohol wie jeder andere Wein. Er enthält meist weniger zugesetzten Schwefel, ganz schwefelfrei ist aber kaum ein Wein, weil die Hefen bei der Gärung selbst etwas Schwefeldioxid bilden. Deshalb steht auch auf den meisten Naturweinen „enthält Sulfite“.

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